Gott begegnen…

Menschen brauchen Begegnung. Dies ist nicht einfach zufällig so, sondern liegt daran, dass Gott uns bewusst als Beziehungswesen geschaffen hat. Er selbst ist der Gott der Begegnung und wir sind nach diesem Ebenbild geschaffen. Sein Wesen – die Dreieinigkeit – bedeutet ewige Gemeinschaft und in diese Gemeinschaft möchte Gott uns hinein nehmen. Als Christus-Gemeinde Hannover wünschen wir uns, dass Menschen diesem lebendigen Gott, Jesus Christus, begegnen: Sowohl im Lobpreis, der Predigt, der Gemeinschaft untereinander, in den Hauskreisen, aber auch in der persönlichen Stille. Die Bibel ist voll solcher Gottesbegegnungen. In der Theologie nennt man diese auch Theophanie (theos = „Gott“, phainesthai „sich zeigen“). Im nächsten Jahr werden wir uns gemeinsam auf den Weg machen und chronologisch, an der Bibel entlang, diese Theophanien unter die Lupe nehmen.

…wie er ist

Wenn Gott sich zeigt, dann zeigt er auch einen Teil seines Wesens. Jede Gottesbegegnung ist deshalb auch eine Gottesoffenbarung. Unser Gott ist grösser und höher als wir es uns vorstellen können, er ist unfassbar. Gleichzeitig ist er ein Gott, der uns gleich ist und wird, uns nahekommt und den wir erkennen können. Gott ist sowohl der ganz andere, aber auch der ganz ähnliche. „Würdest du ihn begreifen, es wäre nicht Gott.“ (Hl. Augustinus) Doch das wichtigste ist: Gott ist ein Gott für uns! Und weil er für uns ist, ist er auch nahbar. Deshalb tasten wir uns vor und wollen ihm begegnen, wie er ist.

…wie ich bin

Doch können wir diesem Gott so leicht begegnen? Wir erinnern uns an die 1. Advent-Predigt aus Psalm 24: „Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist.“ Nein, vor Gott kommen ist keine Leichtigkeit, doch deshalb feiern wir ja Weihnachten, weil Gott selbst zu uns kommt! In seinem Licht wird unser Leben hell, aber nicht nur das. In seinem Licht wird auch offenbar, wer wir und wie wir wirklich sind. Dabei wird nicht nur alles Schöne offenbar, sondern auch Dinge, die wir gerne unter den Teppich kehren würden. Und doch wollen wir Gott so begegnen, wie wir sind. Denn Gott ist nicht nur unser Licht, sondern auch unser Heil! In seinem Licht wird nicht nur sichtbar, wer wir sind, sondern wir werden auch wieder zu denjenigen, die wir sind. Er macht heil, was zerbrochen ist, er weist zurecht, was verrückt ist und er spricht uns unsere wahre Identität zu!

Von Gott ergriffen werden

Ende Januar startet unsere Predigtreihe. Dabei soll unser Gebet Philipper 3,12 sein: „Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen [ganzheitlich!] sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.“ Wir wollen ihm nachjagen und dabei immer wieder vom großen, herrlichen und wunderbaren Gott ergriffen werden!

Ich freue mich sehr auf die kommende Predigtreihe, denn ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir uns von neuem vor Augen malen, wer und wie Gott wirklich ist, das radikal-schöne Auswirkungen auf unser persönliches Glaubensleben, auf unsere Gemeinde und vielleicht auch auf unseren Stadtbezirk Ricklingen haben wird.